Johann Wilhelm Sigmund

Rätsel um einen Marköbeler Philosophen im 18. Jh.

Im 18. Jahrhundert lebte in den Mauern unserer "Stadt" Marköbel ein "Herr Siegmund" (in den Kirchenbüchern Johann Wilhelm Sigmund), der hier seinen Lebensabend verbracht hat.

Nach einem bewegten Leben am Hof des Grafen von Witgenstein, sei er an seinen Geburtsort zurückgekehrt, habe sein Vermögen zum Aufbau und zur Stiftung einer Schulanstalt und Bibliothek eingesetzt.

Unser Mitglied Wilhelm Dietzel ist auf unseren gebildeten Vorfahren gestoßen.

Peter Heidtmann-Unglaube, Archivar am Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel schreibt: 

"Das Totenbuch, das von 1727 bis 1830 in der Gemeinde Marköbel geführt wurde, enthält auf Seite 84 den Beerdigungseintrag für Johann Wilhelm Sigmund aus dem Jahr 1782. Er lautet:

„Den 3ten Junius wurde beerdigt der vormalige Candidatus Theologiae und Hofmeister bei dem Herrn Grafen von Wittgenstein Herr Johann Wilhelm Sigmund ledigen Standes. Er starb den 1ten ejusdem [d. h. des gleichen Monats] morgens zwischen 6 u. 7 Uhr in einem Alter von 79 Jahren, weniger 15 Tagen.“

Unter dem daraus zu errechnenden Geburtszeitraum Mitte Mai 1703 und in den Monaten davor und danach findet sich im entsprechenden Kirchenbuch von Marköbel kein Taufeintrag. Es ist also anzunehmen, dass Johann Wilhelm Sigmund nicht ursprünglich aus Marköbel stammte, zumindest nicht dort getauft wurde. Der 1782 in deutscher Übersetzung veröffentlichte Reisebericht des schwedischen Bibliothekars, (...), ließ ja vermuten, dass Marköbel die Heimatgemeinde von Johann Wilhelm Sigmund war."

Die Recherche dauert an. 

 

Jakob Jonas Björnståhl

(*23. Januar 1731 in Rotarbo, Provinz Södermanlands, Schweden;

† 12. Juli 1779 in Thessaloniki)

war Professor für orientalische und griechische Sprachen an der Universität Lund und ein angesehener Forschungsreisender.

Leben und Wirken

Er war der Sohn von Magnus Gabriel Björnståhl, einem Unteroffizier der Armee und der Anna Regina Hjortsberg, der Tochter eines Pfarrers aus Husby-Rekarne (kleines Dorf in der heutigen Stadt Eskilstuna) besuchte die Grundschulen in Strängnäs, später studierte er an der Universität Uppsala. Dort hatte er dann im Jahre 1757 sein Studium der Philosophie absolviert. Später ernannte man ihn zum Professor für schwedische Philologie und ab dem Jahre 1765 war er Professor für orientalische Sprachen.

Von 1767 bis 1779 bereiste er verschiedene Länder in Europa und in Asien und von 1770 bis 1773 verweilte er in Italien. Die Briefe die er während seiner Reisen geschrieben hatte waren ursprünglich in schwedischer Sprache veröffentlicht und anschließend ins Deutsche und Italienische übersetzt worden.

Ab September 1774 hielt er sich in Den Haag auf, dort traf er sich auch regelmäßig mit Denis Diderot welcher sich in dieser Stadt der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen für einige Monate bei seiner Rückreise von Russland nach Paris aufhielt.

Er starb im Jahre 1779 in Thessaloniki wahrscheinlich an der Pest.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Jonas_Bj%C3%B6rnst%C3%A5hl, Abruf 25.3.2017, 20.55 Uhr

Seite 84 aus dem Totenbuch von Marköbel der Jahre 1727 bis 1830.
Die Reproduktion wurde uns vom Landeskirchlichen Archiv in Kassel zur Verfügung gestellt.
Wir danken Archivar Peter Heidtmann-Unglaube für seine Unterstützung.

Informationen zum Archiv finden Sie hier: www.archiv-ekkw.de