28.12.2025 um 19.30 Uhr im Historischen Rathaus Marköbel
Zum Jahresausklang präsentierte das Trio Martin Kurz, Klaus Noll und Karin Kraft ein musikalisches Erlebnis, das die Herzen berührte. Unter dem Motto „Musik für die Seele“ nahmen die drei Künstler ihr Publikum mit auf eine faszinierende Reise durch unterschiedliche Musikstile – von gefühlvollen Balladen und mitreißenden Folksongs bis hin zu Blues und ausdrucksstarken Instrumentalstücken.
Mit virtuosem Gitarrenspiel und eindrucksvollem Gesang begeisterte Martin Kurz, während Klaus Noll mit seinem Bass den warmen, tragenden Klangteppich schuf. Für besondere Momente sorgte Karin Kraft, deren kraftvolle und wandlungsfähige Stimme eine beeindruckende emotionale Bandbreite offenbarte. Ihre Interpretationen bescherten dem Publikum Gänsehaut und machten den Abend unvergesslich.
Die Harmonie des Trios, die spürbare Leidenschaft und die musikalische Vielfalt ließen das Konzert zu einem stimmungsvollen Ausklang des Jahres werden.
Nach drei Zugaben dankte Hartmut Schneider dem Trio für ein großartiges Konzert und das kurzfristige Einspringen für Matthias Baselmann. Dem Publikum galt sein Dank für das volle Haus und die Unterstützung des Vereins. Mit persönlichen Worten schloss er den Abend: „Ich bin optimistisch und dankbar, in diesem Land und seiner demokratischen Ordnung zu leben.“ Zum Jahreswechsel gab er einen Gedanken des Zen-Meisters und Benediktiners David Steindl-Rast mit auf den Weg: „Glück macht nicht dankbar, aber Dankbarkeit macht glücklich.“
Wie Kriege enden – Dr. Thorsten Gromes spricht in Marköbel über Wege zum dauerhaften Frieden
Am Volkstrauertag hat die Gemeinde Hammersbach gemeinsam mit dem Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach e.V. zu einem besonderen Vortrag ins Historische Rathaus Marköbel eingeladen. Zu Gast war Dr. habil. Thorsten Gromes vom Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), einer der profiliertesten deutschen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Friedens- und Konfliktforschung. Sein Thema: „Wie Kriege enden – und nicht wieder ausbrechen“.
Vor zahlreichem Publikum zeichnete Dr. Gromes verständlich und präzise nach, auf welche Weise bewaffnete Konflikte weltweit typischerweise beendet werden. Er erläuterte die drei gängigen Formen – militärischer Sieg, Verhandlungen und internationale Interventionen – und beschrieb die jeweiligen Chancen, Risiken und Bedingungen. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, welche politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein einmal erreichter Frieden Bestand hat. Besonders hob Gromes die Rolle von UN-Friedensmissionen hervor, deren positive Wirkung in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt werde.
Großes Interesse fanden auch seine Ausführungen zu sogenannten Konfliktmythen – verbreiteten, aber irreführenden Vorstellungen über Kriege und Friedensprozesse. Dazu zähle etwa die Annahme, es gebe grundsätzlich „keine militärische Lösung“; die Geschichte zeige hingegen, dass Konflikte durchaus auch militärisch beendet worden seien. Ebenso problematisch sei der Begriff „Stellvertreterkrieg“, der lokale Akteure häufig unzutreffend auf die Rolle von Marionetten externer Mächte reduziere. Solche vereinfachenden Narrative, so Gromes, erschwerten oft ein realistisches Verständnis komplexer Konfliktdynamiken und könnten politische Entscheidungen verzerren.
Im anschließenden Austausch nutzte das Publikum die Gelegenheit zu zahlreichen Fragen. Die Diskussion reichte von aktuellen geopolitischen Entwicklungen bis hin zur Herausforderung, wie wissenschaftlich fundierte Analysen gegenüber Falschinformationen, gezielten Manipulationen und der Vermischung von Meinung und Berichterstattung sichtbar bleiben können.
Mit der Veranstaltung gelang es den Organisatoren, den Volkstrauertag nicht nur als Tag des Gedenkens zu gestalten, sondern zugleich als Anstoß zur reflektierten Auseinandersetzung mit den Ursachen von Gewalt und den Wegen zu nachhaltigem Frieden. Die Gemeinde und der Verein zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz und dankten Dr. Gromes für einen ebenso informativen wie anregenden Vortrag.
Ankündigung: Wie lassen sich bewaffnete Konflikte nachhaltig beenden? Und was braucht es, damit Frieden auch langfristig Bestand hat? Mit diesen drängenden Fragen beschäftigt sich der Vortrag „Wie Kriege enden und nicht wieder ausbrechen“, den Dr. habil. Thorsten Gromes vom Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) am Sonntag, 16. November 2025, um 12:30 Uhr im Historischen Rathaus Marköbel hält.
Anlässlich des Volkstrauertags 2025 lädt die Gemeinde Hammersbach gemeinsam mit dem Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach e.V. zu dieser besonderen Veranstaltung ein.
Ort und Zeit:
Volkstrauertag 2025
Sonntag, 16. November 2025, 12:30 Uhr
Historisches Rathaus Marköbel
Referent:
Dr. habil. Thorsten Gromes, Senior Researcher am PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Weitere Informationen: www.prif.org
Blogbeiträge: PRIF Blog
Veranstalter: Gemeinde Hammersbach und Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach e.V.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Der Förderverein Hirzbacher Kapelle und der Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach luden zu einem besonderen Vortrag ein, der den Abschluss der zweiten Liegezeit der Glasarche 3 in Hammersbach markierte. Die Veranstaltung stand im Kontext des vom Förderverein unterstützten Feuchtgebietes des Kapellenhofs nahe der Kläranlage – ein gelungenes Beispiel für lokale Naturschutzinitiativen.
Elisabeth Apel-Isbarn, Dezernentin im Dezernat Naturschutz (Schutzgebiete und biologische Vielfalt) beim Regierungspräsidium Darmstadt, sprach zum Thema: „Artenschutz, Klimawandel & nachhaltige Landnutzung – globale Probleme mit lokalen Lösungen“
In ihrem Vortrag spannte Frau Apel-Isbarn einen Bogen vom alarmierenden Erhaltungszustand vieler Tier- und Pflanzenarten über die tiefgreifenden Veränderungen in unserer Landschaft und Landnutzung bis hin zu konkreten Lösungsansätzen – sowohl auf kommunaler Ebene als auch für jede und jeden Einzelnen.
Artenschutz und Klimawandel sind eng miteinander verknüpft: Der Verlust von Lebensräumen und die Intensivierung der Landnutzung beschleunigen den Rückgang der biologischen Vielfalt.
Lokale Initiativen wie das Feuchtgebiet des Kapellenhofs zeigen, wie Gemeinden aktiv zum Schutz beitragen können.
Jeder Einzelne kann durch kleine Maßnahmen wie naturnahe Gärten, Verzicht auf Pestizide oder Unterstützung regionaler Produkte einen Beitrag leisten.
Die Referentin betonte, dass eine gute Kommunikation und gegenseitiges Verständnis die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit bilden. In Kooperation können auch kleine Maßnahmen große Wirkungen erzielen.
Blühstreifen oder Blühwiesen:
Landwirte stellen Flächen für Blühstreifen bereit, die Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum bieten. Diese Maßnahme verbessert die Bestäubung und trägt zur Stabilisierung von Ökosystemen bei. Beispielhaft seien die Hammersbacher Blühwiesen genannt.
Extensive Bewirtschaftung von Feuchtwiesen: Durch angepasste Mahdzeiten und Verzicht auf Düngung können seltene Pflanzenarten und Wiesenvögel erhalten werden, ohne die landwirtschaftliche Nutzung aufzugeben.
Kooperation bei Gewässerrandstreifen: Landwirte und Naturschutzverbände arbeiten zusammen, um Gewässerrandstreifen zu sichern. Diese reduzieren Nährstoffeinträge, fördern die Wasserqualität und schaffen Lebensräume für Amphibien.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass globale Herausforderungen wie Klimawandel und Artenschutz nur durch lokale Lösungen und gemeinsames Handeln bewältigt werden können. Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sind dabei entscheidend, um nachhaltige Landnutzung zu fördern und die biologische Vielfalt zu erhalten.
Eigentlich sollte der Erntedankgottesdienst am Liegeplatz der Glasarche stattfinden – an jenem Ort, wo das gläserne Schiff, getragen von einer großen hölzernen Hand, inmitten der Landschaft ruht. Doch das herbstlich-nasse Wetter zwang uns, in die Kirche auszuweichen. Und doch war die Glasarche auf der Leinwand und im Denken und Fühlen vieler Anwesender gegenwärtig – als Bild für das Kostbare und Zerbrechliche, das uns im Leben anvertraut ist.
Die Glasarche, ein Projekt des Landschaftspflegeverbands Mittleres Elstertal in Sachsen-Anhalt, war zum zweiten Mal in Hammersbach zu Gast. Ein Kunstwerk zum Be-Greifen: Ein Schiff aus Licht und Stille, das zugleich von Stärke und Zerbrechlichkeit erzählt. Sie erinnert daran, dass alles Lebendige nie selbstverständlich ist. Dass uns die Schöpfung zum Bebauen und Bewahren anvertraut ist und wir achtungsvoll mit der Natur und untereinander umgehen.
Im Mittelpunkt der Predigt von Katharina Bärenfänger und Jörg Hillig stand die biblische Erzählung von der „Speisung der Fünftausend“ - ein Text mit vielen Facetten. In der einen steht das Wunderhafte im Zentrum: Wo menschliche Möglichkeiten enden, beginnt göttliche Großzügigkeit. Die Geschichte ist zugleich ein Sinnbild des Teilens: Das Wenige, das Menschen bereit sind zu geben, wird in Gemeinschaft zu einem Genug für alle. Und das geistliche Wunder – dass Menschen beginnen zu teilen, weil sie sich aufeinander und auf das Geheimnis des Lebens verlassen. Vertrauen verwandelt Mangel in Fülle. Und aus einem Akt des Vertrauens entsteht Kooperation und Gemeinschaft - immer wieder.
So war der Erntedankgottesdienst eine Feier der Dankbarkeit und des Vertrauens: Dankbarkeit nicht als Reaktion auf Glück, sondern als bewusste Lebenshaltung. Alles ist Geschenk. Alles ist uns nur anvertraut. Auch wenn wir die Glasarche an diesem Tag nicht im Freien sehen konnten, so war ihre Botschaft spürbar: Das Kostbarste liegt in unseren Händen – und wir können es nur gemeinsam bewahren. Dankbarkeit, Vertrauen und Verantwortung verbinden sich zum biblischen Auftrag: die Schöpfung zu achten, das Leben zu schützen und füreinander Sorge zu tragen.
Wir danken der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen für die Unterstützung unserer Arbeit für Kultur und Geschichte in Hammersbach
Seit vielen Jahren engagieren sich die mundartsprechenden Mitglieder des Vereins für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach e.V. aktiv für die Bewahrung und Pflege der althessischen Mundart von Marköbel und Langen-Bergheim. Ein besonderes Highlight war 2014 die Aufführung des Theaterstücks „Der tapfere Schultheiß Johannes Mörschel – Ein Husarenstück von 1792“, das in einer zweisprachigen Fassung mit Lautschriftelementen präsentiert wurde. Im vergangenen Jahr wurde damit begonnen, das Stück in die auch für Nicht-Dialektsprecher lesbare Lautschrift des gebürtigen Laubachers Jürgen Piwowar zu übertragen – ein bedeutender Schritt zur breiteren Zugänglichkeit und Dokumentation des regionalen Kulturguts.
Darüber hinaus sind Mitglieder bei den sogenannten „Babbealnohchmeddoachea“ des Seniorenbeirats aufgetreten und vermitteln die heimische Mundart auf unterhaltsame und generationenverbindende Weise.
"Das Projekt zeichnet sich durch seine nachhaltige Wirkung in der Gemeinschaftspflege aus. Es fördert das Miteinander von Jung und Alt, stärkt die regionale Identität und trägt zur lebendigen Erhaltung eines bedrohten Kulturguts bei. In herausfordernden Zeiten bietet die Auszeichnung nicht nur öffentliche Anerkennung, sondern auch die nötige Unterstützung zur weiteren Umsetzung und Sichtbarkeit des Projekts." heißt es in der Bewerbung.
Das zweisprachige Programmheft aus dem Jahr 2014 finden Sie hier.
Die für alle lesbare Lautschriftvariante können wir hoffentlich bald umsetzen; drücken Sie uns die Daumen!
Resonanz Teil II
Mit großem Interesse nehmen wir positive wie kritische Meinungsäußerungen zur ehemaligen Untermühle in Marköbel zur Kenntnis. Die geäußerten Bedenken hinsichtlich der Kosten,
des Zustands und des Nutzens des Gebäudes sind nachvollziehbar und verdienen eine ernsthafte Diskussion.
Wir betonen, dass der Denkmalschutz nicht nur darauf abzielt, Gebäude um ihrer selbst willen zu erhalten oder gar zu konservieren. Vielmehr geht es darum, kulturgeschichtlich bedeutende
Zeugnisse für die Gegenwart und Zukunft zu bewahren. Obwohl die ursprüngliche Funktion der Mühle heute kaum noch erkennbar ist, hat das Gebäude als Teil des historischen Ortsbildes und der
baulichen Entwicklung Marköbels nach wie vor einen identitätsstiftenden Wert. Es handelt sich um das letzte erhaltene Gebäude aus der Zeit vor den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges.
Unbestritten ist, dass die Immobilie in einem schlechten baulichen Zustand ist und eine Sanierung kostenintensiv wäre. Fördermittel aus der Denkmalpflege sind ein wichtiges Instrument, um private oder kommunale Investitionen überhaupt erst zu ermöglichen. Zwar versprechen diese Mittel keinen unmittelbaren finanziellen Gewinn für die Kommune, ihr Zweck liegt jedoch im langfristigen Erhalt von Kulturgut und in der Aufwertung des Ortskerns – unabhängig von möglichen alternativen Finanzierungsmodellen.
Nutzungskonzepte für denkmalgeschützte Gebäude müssen nicht zwingend mit bestehenden Einrichtungen konkurrieren. Sorgfältig geplante kleinteilige Nutzungen sowie eine Kombination aus Wohnen, gewerblicher und öffentlicher Nutzung können zur Innenentwicklung beitragen, ohne neue Infrastruktur zu erfordern.
Ein Abriss auf Kosten der Gemeinde würde kurzfristig zwar ein Problem lösen, langfristig jedoch einen irreversiblen Verlust bedeuten. Die Baulücke, die durch den Abriss jüngerer Fachwerkbauten (ehem. Weißes Ross) entstanden ist, spricht Bände. Zudem ist fraglich, ob der Verkauf des Grundstücks den finanziellen Schaden tatsächlich kompensieren könnte, insbesondere unter Berücksichtigung der Abrisskosten und des Verlusts eines ortsbildprägenden Bauwerks.
Die Entscheidung über die Zukunft der ehemaligen Mühle sollte daher nicht allein unter dem Gesichtspunkt aktueller Haushaltszwänge getroffen werden, sondern auf der Grundlage einer transparenten Abwägung von Kosten, Nutzen, kultureller Bedeutung und Entwicklungsperspektiven. Eine offene Diskussion darüber ist sinnvoll, pauschale Urteile werden der Komplexität des Themas nicht gerecht.
Wir würden und sehr freuen, wenn sich auch die Träger kritischer Stimmen konstruktiv an den Überlegungen zu einer kostendeckenden Nutzung des Gebäudes beteiligen würden. Dies entspricht dem Wunsch vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger, die uns zur Durchführung der Ideenwerkstatt am Tag des offenen Denkmals erst ermutigt haben, ebenso wie dem großen Interesse der zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die sich an diesem Tag in der Mühle eingefunden haben.
Resonanz Teil I
Unter dem bundesweiten Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich“ öffnete die Gemeinde Hammersbach am Tag des offenen Denkmals die Türen der „Untermühle“ in Marköbel – eines der ältesten
Gebäude des Ortes. Gemeinsam mit dem Verein für Kultur und Heimatgeschichte lud die Gemeinde Bürgerinnen und Bürger sowie örtliche Vereine zu einer Ideenwerkstatt ein, um über die zukünftige
Nutzung des sanierungsbedürftigen Kulturdenkmals zu diskutieren.
Die Resonanz war groß: Zahlreiche kreative Vorschläge wurden eingebracht. Die Visionen reichten von einem Café mit schnellem Internet, einer Begegnungsstätte für Jung und Alt, über Räume für den Seniorenbeirat, Bücherei und Geschichtsverein, bis hin zu einer Kulturmühle mit Veranstaltungsräumen, Ateliers und Werkstätten. Auch die Idee eines etwas anderen Heimatmuseums, einer Kinderbücherei sowie eines außerschulischen Lernorts fand breite Zustimmung. Viele Teilnehmende wünschten sich einen Ort, der die Geschichte der Mühle sichtbar macht, gleichzeitig aber offen, hell und einladend für Begegnungen und kulturellen Austausch bleibt.
Stimmen aus der Ideenwerkstatt: „Ich wünsche mir einen Ort, an dem man bei Kaffee und Kuchen lesen und verweilen kann.“ „Die Mühle soll ein Platz für Begegnungen und Kreativität werden – für alle Generationen.“ „Ein Kulturzentrum mit Ausstellungen und Lesungen wäre großartig.“
Die Veranstaltung machte deutlich: Die „Untermühle“ soll mehr sein als ein Denkmal – sie soll ein lebendiger Ort werden, der Menschen inspiriert, verbindet und Kraft gibt. In den kommenden Monaten wird die Machbarkeit geprüft und weitere Schritte zur Umsetzung geplant.
Fazit eines Besuchers: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg – die Ideenwerkstatt war ein wichtiger Impuls für die Zukunft der „Untermühle“ in Hammersbach.
Wir danken der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen für die Unterstützung unserer Arbeit für Kultur und Geschichte in Hammersbach
Zum zweiten Mal hat die „Glasarche 3“ an der Hohen Straße zwischen Marköbel und Hirzbach festgemacht. Mit der Begrüßung im Rahmen des Hohe-Straße-Festes eröffnete der Förderverein Hirzbacher Kapelle gemeinsam mit zahlreichen Partnern die zweite Liegezeit des Kunstwerks.
Die Glasarche, ein gläsernes Schiff in einer überdimensionalen hölzernen Hand, war bereits im Vorjahr ein Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher aus der Region. Ihre Symbolkraft berührt viele: Das fragile Schiff scheint der Hand zu entgleiten – ein eindringliches Bild für unsere Verantwortung für das Leben und alles Lebendige.
Ein besonderer Höhepunkt der Eröffnungsfeier war das Fliegenlassen von Brieftauben durch Friedel Bellgardt von der Blühfeldinitiative, die in das rund sechs Kilometer entfernte Roßdorf ihren Weg in den Heimatschlag fanden. Ein Moment, der das Kunstwerk mit der Landschaft verbunden hat, über der die Vögel ihre Bahnen zogen – ein starkes Zeichen für Hoffnung, Verbundenheit und Frieden.
Die Glasarche als besondere Attraktion des Hohe-Straße-Festes wurde zum lebendigen Treffpunkt. Von der Hirzbacher Kapelle über den Stand der Landfrauen, die Aktionen der Interessengemeinschaft Historische Landmaschinen (IGHL), die Stände der Blühfeldinitiative, des Hammersbacher Hofgemüses, die Hüpfburg der Blühfeldinitiative, Aktionen des Naturkindergartens, Stände und Café des Kapellenhofes bis zum Getränkestand der Evangelischen Gemeinschaft an der Glasarche. Vielfältige Angebote und kulinarische Spezialitäten sorgten für eine lebendige Atmosphäre.
Musikalische Höhepunkte waren das Konzert mit traditioneller westafrikanischer Musik mit Aziz Kuyateh an der Kora in der Hirzbacher Kapelle sowie die Wandermusikanten, die an der Glasarche, am Kapellenhof und in Hirzbach aufspielten und so die Orte musikalisch miteinander verbanden.
Mitmachaktionen, Begegnungen und ein abwechslungsreiches Programm machten den Tag zu einem Erlebnis für die ganze Familie.
„Die Glasarche ist wie ein Spiegel. Sie erinnert uns daran, dass das Kostbarste in unseren Händen liegt – und dass wir es nur gemeinsam, nur in Kooperation bewahren können“, betonte Hartmut Schneider bei der Eröffnung für die Initiatoren.
Die Glasarche war bis Ende Oktober an der Hohen Straße zu sehen. Während dieser Zeit schlossen sich weitere Veranstaltungen an, die Kunst, Natur und Gemeinschaft miteinander verbanden.
Das Fest wurde unterstützt vom Regionalpark Hohe Straße e.V. und der Gemeinde Hammersbach.
Hier finden Sie das aktuelle Programm des Fördervereins Hirzbacher Kapelle
Im Frühjahr 2024 ging für drei Monate die Glasarche 3 in Hirzbach vor Anker. Das außergewöhnliche Kunstwerk zog viele Besucher aus der Region an und war der Mittelpunkt eines ganzen Reigens von wunderbaren Veranstaltungen.
Nach ihrer Station in Hirzbach war die Arche inzwischen im Nationalpark Eifel, zum Stadtjubiläum im sächsischen Bad Elster, in Chemnitz, der europäischen Kulturhauptstadt 2025, im fränkischen Bad Staffelstein vor der Basilika Vierzehn Heiligen und aktuell mitten in der imposanten Naturkulisse des Nationalparks Berchtesgaden.
Von Berchtesgaden aus sollte die Arche nach Salzburg weiterziehen, und von dort weiter nach Münster in Westfalen. Da die Stadt Salzburg den geplanten Termin kurzfristig um ein Jahr verschieben musste, wird die Glasarche noch einmal in Hirzbach vor Anker gehen.
Wir dürfen die Glasarche noch einmal für ein Vierteljahr vom 26. August bis zum 27. Oktober beherbergen, da wir auf der Strecke liegen und weil wir bei den Initiatoren einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Dass die Glasarche ein zweites Mal an einem Ort ihren Platz findet, das gab es noch nie. Und dann ausgerechnet im kleinen Hirzbach. Das ehrt uns und wir freuen uns sehr darüber.
Die Arche soll auf ihren Stationen auf die Zerbrechlichkeit der Natur und die Verantwortung der Menschen für die Bewahrung der Schöpfung aufmerksam machen. Ohne viel Beiwerk soll. das Kunstobjekt dabei für sich sprechen. Beim ersten Aufenthalt in Hirzbach ist das sicherlich gelungen, und so wünschen sich das die Veranstalter auch jetzt wieder.
Zusammen mit dem Verein Regionalpark Hohe Straße e.V. haben wir bereits die Initiative ergriffen, um mit allen, die 2024 dabei waren, wieder ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. Bei einem Treffen des Glasarche-Teams wurden nun die ersten Verabredungen getroffen.
Am 7. September wird um 13 Uhr im Rahmen des Hohe-Straße-Festes die Glasarche offiziell begrüßt. Dabei ist der Rahmen bescheidener gehalten als beim ersten Aufenthalt des Kunstwerkes. Auf prominente Reden wird dieses Mal verzichtet, aber für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein. Zum Fest wird es Getränke und Leckeres vom Grill geben, auch Kaffee & Kuchen und zur Freude der Kinder eine Hüpfburg.
Im September wird der ADFC Hammersbach eine Feierabend-Tour „Rund um Hammersbach“ mit Start/Ziel an der Glasarche anbieten. Ebenfalls für den September plant die Malgruppe Guckloch einen „Mal-Tag für alle“ an der Glasarche. Am 5. Oktober soll hier das Erntedankfest der Kirchengemeinden stattfinden, und im Anschluss möchte Blühbotschafterin Antje Schöny mit Kindern Insekten-Hotels basteln. Das Team „Hammersbach läuft“ wird am 19. Oktober einen Spendenlauf zugunsten der Kinder- und Jugend-FFW mit Start und Ziel an der Glasarche veranstalten.
Weitere Veranstaltungen sind in Vorbereitung. So plant etwa der Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Biodiversität und Nachhaltigkeit“. Damit
greift der Verein die Botschaft auf, die auf einer Informationstafel zur Glasarche zu lesen ist: „Die Symbolik der Glasarche erinnert uns an unsere Verantwortung. Es liegt in unserer Hand, ob uns
die Dinge weiter entgleiten oder ob wir Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt finden.“
(Pressemeldung des Fördervereins Hirzbacher Kapelle e.V.)
Wir danken der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen für die Unterstützung unserer Arbeit für Kultur und Geschichte in Hammersbach
Seit 2008 steht die Sonnwendfeier in unserer Gemeinde für gelebten Zusammenhalt: Drei engagierte Vereine – die Feuerwehrvereine Marköbel und Langen-Bergheim sowie der Verein für Kultur und Heimatgeschichte – haben dieses besondere Fest in fünfzehn gemeinsamen Ausgaben mit Leben gefüllt. Entstanden aus einer Initiative des Geschichtsvereins im Jahr 1979, entwickelte sich die Sonnwendfeier zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender und zu einem Symbol für Gemeinschaft und Tradition.
Doch auch bewährte Formate unterliegen dem Wandel der Zeit. Im Jahr 2024 hat sich die Freiwillige Feuerwehr Langen-Bergheim aus der aktiven Mitgestaltung der Sonnwendfeier zurückgezogen. 2025 folgt nun auch der Verein für Kultur und Heimatgeschichte. Der Schritt fiel beiden Vereinen nicht leicht, ist jedoch aufgrund fehlender personeller Kapazitäten unausweichlich.
Mit großem Dank und tiefem Respekt blicken beide ausscheidenden Vereine auf die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück. Gleichzeitig sprechen sie der Freiwilligen Feuerwehr Marköbel ihre Anerkennung dafür aus, die Sonnwendfeier künftig in alleiniger Verantwortung weiterzuführen.
Die Feuerwehr Marköbel setzt damit ein starkes Zeichen für Kontinuität, Engagement und Verbundenheit – und dafür, dass auch in veränderter Form Tradition lebendig bleiben kann.
Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm und die Seiten des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas bildeten die Grundlage des zweiten "Babbealnohchmeaddoags" des Seniorenbeirats. Die
40 Wenker-Sätze, benannt nach dem Sprachwissenschaftler Georg Wenker, liegen für unsere beiden Dörfer digitalisiert in der Fassung von 1880 vor. Um die Besonderheiten der hiesigen Dialekte und
die Entwicklung der vergangenen 145 Jahre in Erfahrung zu bringen, stellen wir die Sätze hier zum Download zur Verfügung. Jede und jeder Dialektsprecher kann sich beteiligen und die Sätze in
Dialekt übersetzen und an uns schicken.
Links:
Dialekte in Hessen
Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm finden Sie im Wörterbuchnetz
Die 40 Wenker-Sätze Nord- und
Mitteldeutschlands
Erhebungsbögen von 1880: 27430 -
Langenbergheim und 27429 - Marköbel
S

Wir danken der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen für die Unterstützung unserer Arbeit für Kultur und Geschichte in Hammersbach
Unser Mitglied Sven Mahlke berichtete von seinem Hobby als Sondengänger. "Mit Genehmigung der Eigentümer war es mir im letzten Jahr möglich, einige Flächen zu begehen und für einen Laien
viele interessante römische, mittelalterliche und neuzeitliche Funde, wie z.B. Scherben, Münzen, Schnallen, Musketenkugeln und alte Knöpfe zu machen. *Darunter befindet sich witzigerweise auch
eine Zinnfigur Napoleon aus dem 19. Jahrhundert (auf dem Foto mittig hinten), welche 20 cm im Boden eines Ackers der Flächen des Baiersröder Hofs begraben war." (... weiterlesen)
Beiträge von engagierten Vereinsmitgliedern nach der Mitgliederversammlung sind schon zur kleinen Tradition geworden. In den beiden Vorjahren war es der Journalist und Autor Werner Kurz mit
seinen Beiträgen zur Hanauer Tabakgeschichte und zur "Auskreisung" der Stadt Hanau.
Nach den satzungsgemäßen Regularien mit Berichten von Vorstand und Kassenprüfung wurden Projektideen ausgetauscht. Zwei Höhepunkte der Arbeit in 2024 waren die Begleitung der Glasarche3 und die Produktion des Videos "Der Limes in Hammersbach". Daneben hat der Verein eine Reihe von Veranstaltungen ermöglichend begleitet: die Theateraufführungen des Schloßbergtheaters, die Sonnwendfeier zusammen mit den Feuerwehrvereinen, Führungen, Vorträge beim Seniorenbeirat und ein Konzert zum Jahresabschluss mit dem "Trio Dolce" rund um unser Mitglied Monika Marner.
Georg Brodt war viele Jahre lang Vorsitzender der Interessengemeinschaft Historische Landmaschinen Wetterauf/Main-Kinzig e.V. und wurde im November 2024 von Landrat Stolz mit der Heimatmedaille
des Main-Kinzig-Kreises ausgezeichnet. Am 7. Februar wird er uns den Dialekt unseres Nachbardorfes näherbringen.
Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Abend.
Herzliche Einladung!
Zur Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus am 29. Januar finden Sie die Dokumente und die Aufzeichnung HIER.
"Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen."
Mit diesen Worten erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog im Jahr 1996 den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den Tag auch international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.
Informationen zum Projekt Stolpersteine europaweit und bei uns!
Die Verlegung der Stolpersteine in Hammersbach war nur möglich durch Ihre Spenden.
Wir danken allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung!
Besonderer Dank gilt auch den Menschen, die für die Reinigung der Steine Sorge tragen!
Am 24. Januar verlegt der Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach vier Stolpersteine zur Erinnerung an die Familie Lichtenstein. Treffpunkt ist der jüdische Friedhof in der Lindenstraße. Nach einer Begrüßung gehen wir gemeinsam zum Ort der Verlegung in der Haupstraße 58.
Wenn wir am 24. Januar 2025 in Hammersbach 4 Stolpersteine verlegen, haben wir – zusammen mit den 57 Steinen, die wir in den letzten Jahren schon gesetzt haben – für alle uns bekannten ehemaligen jüdischen Mitbürger, die 1933 in Hammersbach gelebt haben, einen bescheidenen Ort der Erinnerung geschaffen. Das ist nicht viel, aber ein wichtiges Zeichen.
Wir erinnern mit den Stolpersteinen nicht nur an fast 500 Jahre jüdisches Leben in Marköbel und Langenbergheim, sondern auch an die erschütternden Einzelschicksale unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger. Durch brutale Gewalt und mit Wissen der Mitbürger wurde die jüdische Gemeinde in den 1930er Jahren komplett ausgelöscht, die hier in Marköbel und Langenbergheim seit dem späten Mittelalter ansässig war.
Heute verlegen wir Stolpersteine für die Familie Lichtenstein, die hier, im Haus Hauptstr. 58, lebte:
Louis Lichtenstein mit seiner Frau Betty, geb. Strauss, und den Kindern Gerda und Manfred. Louis betrieb einen gutgehenden Mehl- und Getreidehandel. 1934 wurde ihm der Ankauf von Getreide untersagt. Damit war sein Geschäft über Nacht zerstört, für ihn herrschte Berufsverbot. 3 Jahre später starb er im Alter von 60 Jahren in Marköbel, wohl aus Gram. Der Sohn Manfred konnte schon vorher, 1936, nach Brasilien auswandern. Seiner Mutter Betty gelang es 1939 über einen Zwischenaufenthalt in Frankfurt ebenfalls nach Brasilien auszuwandern, wo sie mit Manfred in einem Haus in Rio de Janeiro in der Rua Pedro Rodriguez Nummer 11 wohnte. 1950 starb Manfred im Alter von nur 34 Jahren. Seine Mutter lebte weitere 5 Jahre, bis auch sie 1955 in Rio verstarb.
Gerda hatte 1932 Karl Simon aus Wehen im Taunus geheiratet, und meldete sich polizeilich 1933 nach Wehen ab. 1942 wurde sie – übrigens in dem Alter in dem ihr Bruder starb: 34 – zusammen mit ihrem Mann deportiert und im Vernichtungslager Sobibor in Polen ermordet. Soweit wir wissen, gibt es keine Nachkommen der Familie Lichtenstein.
Mit Wehmut und Scham gedenken wir heute der Familie Lichtenstein aus der Hauptstr. 58.
Für den Verein für Kultur und Heimatgeschichte endet an dieser Stelle das Projekt der Stolpersteinverlegungen, denn für alle uns bekannten, im Jahr 1933 in Hammersbach lebenden jüdischen Familien haben wir Stolpersteine verlegt. Es begann 2014 mit der Verlegung der Steine für die Familie Lichtenstein aus der Rüdigheimer Str. 2. Insgesamt haben wir 61 Stolpersteine verlegt. Unser Gedenken an unsere ehemaligen jüdischen Mitbürger bleibt aber bestehen. Im Rahmen der jährlichen Säuberung der Stolpersteine möchten wir immer wieder an das vor knapp 100 Jahren geschehene Verbrechen erinnern. Nie wieder!